Heilpflanzenportraits


Es müssen nicht immer importierte Chlorella-Algen, chinesischer Ginseng oder gar afrikanisches Nashornpulver sein, die nicht zuletzt auch mit ihrer Exotik, die Hoffnung auf eine schnelle Besserung des gesundheitlichen Zustandes wecken. Auch wenn das alte Wissen darüber fast schon vergessen ist, halten viele Kräuter und traditionelle Heilpflanzen in unserer nächsten Umgebung vielfältige positive Wirkungen für den menschlichen Organismus bereit, wenn sie mit der gebotenen Sachkenntnis und nach sorgfältiger Untersuchung des individuellen Befindens oder Beschwerdebildes eingesetzt werden. Im Folgenden werden ausgewählte Heilpflanzen aus unserem Kulturkreis vorgestellt.



Stiefmütterchen
Das Wilde Stiefmütterchen ist eine der beliebtesten Kinderheilpflanzen, die schon allein mit ihrem zarten, empfindsamen und zugleich auch fröhlichem Aussehen wunderbar mit dem kindlichen Wesen harmoniert.

Beschreibung:


Das Wilde Stiefmütterchen ist eine bis zu 40 cm hohe Pflanze mit ca. 2 cm großen gelb-weiß-violetten Blüten (hier im Bild eine Variation mit blau-violetten Blüten)

Anwendungsgebiete:


Verschiedene Hauterkrankungen, chronische Ekzeme, Windeldermatitis, Milchschorf, Akne und verschleimter Husten bei Erkältungskrankheiten.

Ackerhellerkraut
Obwohl das Ackerhellerkraut bei uns sehr verbreitet ist, ist es doch als Heilpflanze relativ unbekannt.


Beschreibung:


Das Ackerhellerkraut ist eine bis ca. 40 cm hohe Pflanze und gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse. Es blüht von April bis Juli mit weißen Blüten.

Anwendungsgebiete:


Äußerliche Anwendung bei Hauterkrankungen, Karbunkeln oder Hautentzündungen.


Weberkarde
Die Weberkarde ist eine sehr schöne Pflanze für Trockengestecke. Ihr Name geht darauf zurück, dass sie früher von den Webern zum Krempen von Wollgewebe verwendet wurde.

Beschreibung:


Eine bis zu 2 Meter hohe Pflanze mit lanzettlichen Blättern und borstigen violetten Blüten. Blütezeit von Juli bis August. Wächst auf Schuttplätzen und an Wegrändern.

Anwendungsgebiete:


Die Karde besitzt harntreibende, schweißtreibende leberwirksame und verdauungsfördernde Eigenschaften, vor allem im Zusammenhang mit rheumatischen Erkrankungen.


Ackersenf
Uralte Kulturpflanze und sehr bekanntes Gewürz


Beschreibung:


Der Senf gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse und wird bis 1 Meter hoch. Die Stängel sind verzweigt, Blätter unten gestielt und unregelmäßig gezähnt. Blüten in lockeren hellgelben Doldentrauben. Blütezeit im Juni/Juli.

Anwendungsgebiete:


Senfmehlbreiauflagen bei verspannten Muskeln und Arthrosen, innerlich wirkt Senf verdauungsfördernd

Achtung: Nicht bei Senfölallergie anwenden!


Huflattich
Sehr bekannte Pflanze in der Volksmedizin


Beschreibung:


Der Huflattich gehört zur Familie der Korbblütler, er wird ca. 20 cm hoch und hat schöne leuchtend gelbe Blüten von März bis April, die vor den Blättern erscheinen.

Anwendungsgebiete:


Für trockenen Reizhusten ist er besonders geeignet.


Achtung: nicht länger als 6 Wochen anwenden!


Scharbockskraut
Vitaminbombe nach der kargen Winterzeit


Beschreibung:


Das Scharbockskraut gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und wird ca. 20 cm hoch. Die Blätter sind lang gestielt, nicht behaart, herzförmig und etwas gezähnt. Blütezeit ist März bis Mai mit leuchtend gelben Blütenblättern.

Anwendungsgebiete:


Früher wurde das Scharbockskraut zur Behandlung von Skorbut eingesetzt. Es lässt sich aber auch heute noch als sehr vitaminreiche, leicht scharf herbe Salatwürze verwenden

Hinweis: nur die ganz jungen Blätter verwenden.


Waldschlüsselblume
Die Schlüssel mit denen man Tore zu mancherlei Dingen öffnen kann, vielleicht zum Herzen eines anderen Menschen oder zum Paradies?

Beschreibung:


Die Wald-Schlüsselblume gehört zur Familie der Primelgewächse, wird ca. 25 cm hoch. Die eiförmigen bis länglichen, runzelig gewellten, am Rand unregelmäßig gezähnten und weich behaarten Blätter stehen in einer grundständigen Rosette zusammen. Sie blüht mit leuchtend gelben Blüten von März bis Mai.

Anwendungsgebiete:


Die Anwendung erfolgt wie bei der Echten Schlüsselblume. Nur die Wirkung ist in der Regel etwas schwächer ausgeprägt. Man verwendet sie bei Husten mit zähem Sekret, Erkältung mit Stirn- und Nebenhöhlenentzündung.

Hinweis: Die Wald-Schlüsselblume wie auch Die Echte-Schlüsselblume stehen unter Naturschutz.


Storchenschnabel
Den Namen trägt dieses Kräutlein wegen seiner schnabelförmigen Springfrucht. In der Volksmedizin wurde sie bei Frauen mit vergeblichem Kinderwunsch eingesetzt.

Beschreibung:


Der Storchschnabel gehört zur Familie der Storchschnabelgewächse. Er wird bis 50 cm hoch. Der Stängel ist meist aufsteigend, rötlich, verzweigt und mit borstigen Drüsenhaaren besetzt. Die Blätter sind gegenständig, gestielt und drei- bis fünfteilig fiederschnittig gelappt. Er blüht mit kleinen violetten Blüten von Mai bis September.

Anwendungsgebiete:


Man verwendet ihn zum Gurgeln bei einer Entzündung der Rachen- und Mundschleimhäute.